Projektseite: Pflanzaktion im Saarland (b. Merzig und Weiskirchen)

Erfahrungsberichte

Weitere Fotos auf http://www.flickr.com/groups/893922@N20

Zeitungsartikel in Sarbrücker Zeitunghttp://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/merzig-wadern/aktuell/Umweltschuetzer-pflanzten-3000-Baeume-im-Weiskircher-Wald;art26723,3068112

Erfahrung von Sebastian Hausmann

Als wir am Freitag Abend nach 2- stündiger Fahrt das Info- Zentrum der Naturparkverwaltung fanden wurden wir herzlich von Tino empfangen, einem jungen Förster und stellv. Geschäftsführer der FBG Merzig-Wadern. Das Infozentrum war gut zu finden. Leider bekamen wir im dunkeln nicht allzu viel von der schönen Umgebung mit, die uns umgab. Am Abend sollten nur noch eine weitere Familie anreisen, die auch mit etwas Verspätung eintraf. Gespannt darauf, was sich hinter dem Namen Heuhotel verbarg, machten wir uns auf den Weg zur etwa 200m weit entfernten Scheune. Heu gab es reichlich. Hotel war weniger vorhanden. Es handelt sich um schönes kleines Dachgeschoss in einem Stall mit viel Heu ausgelegt. Wann bekommt man schon mal die Gelegenheit im Heu zu schlafen? Wir wagten die Übernachtung trotz Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und überließen den anderen Pflanzern den warmen Seminarraum. Nach einer ruhigen Nacht wachten wir viel zu spät auf, weil unser Hund Ben uns komischerweise nicht wie sonst um 5 sondern erst um 8 Uhr weckte. Als wir dann aus der Scheune krochen staunten wir nicht schlecht als wir von Auerochsen, Dammwild, nordamerikanischen Nasenbären, Eseln und Ziegen begrüßt wurden, die in den Gehegen des Naturparks rund um unsere Scheune gemütlich grasten.

Das Wetter schien uns ein wenig ärgern zu wollen und wir stärkten uns erst einmal gemeinsam und warteten auf die Ankunft unserer Förster und der anderen Mitpflanzer. Mit etwas Verspätung waren wir mit 14 Teilnehmern schließlich komplett und ließen uns auch von einem kurzen Hagelschauer und kalten Wind nicht den Mut nehmen. Nachdem wir uns kennen gelernt hatten und jeder wusste was ,wo, wie und warum zu tun war begannen wir Rotbuchen in einen Fichtenreinbestand zu pflanzen, damit hier demnächst ein gesunder, schöner und stabiler Wald entstehen kann. Der Geschäftsführer der FBG, Klaus Borger leitete uns zusammen mit Tino dabei an und erläuterte uns die Hintergründe und Probleme der Forstwirtschaft vor Ort. Dan, unserer jüngste Mitflanzer mit 4 Jahren packte kräftig mit an. Er wollte einen Wald pflanzen und war nur etwas verwundert, dass wir einen Wald unter einen Wald pflanzen.

Für viel Spass sorgte auch Ben, der mit Erlaubnis unserer Förster von seiner Leine befreit wurde und wie ein Wirbelwind zwischen uns herjagte.

Es regnete vereinzelt, aber es machte verdammt viel Spass mal so richtig im Schlamm zu graben. Zwischendurch bemühte sich Herr Borger mit dem nassen Waldholz ein gemütliches Feuer zu entfachen, was ihm auch gelang und präsentierte uns das traditionelle Saarländer schwenken, was die Moral vor allem wegen des warmen Feuers stark anhob. Zu unserer Freude stattete uns dann auch Herr Wilhelm Bode, Ministerialrat, Autor und Forstexperte einen Besuch ab, der uns in Naturschutz und Wald noch einige Fragen beantworten konnte.

Bis zum Abend pflanzten wir weiter tüchtig Buchen und waren selbst überrascht wie viel wir schafften. 1000 Buchen gaben wir am Samstag ein neues Heim.

Abends gab es ein leckeres typisches Saarlandessen im Wildgasthof, die sogenannten Wasserspatzen (Kartoffelklöse mit Rahmsoße und Sauerkraut) und ein gemütlichen Abend. Einige Mitpflanzer reisten Abends schon ab, sodass wir am Sonntag Vormittag noch 7 Pflanzer waren.

Das Wetter am Sonntag entschädigte uns für den Regen am Vortag und schenkte uns etwas Sonnenstrahlen während wir uns daran machten auch noch 400 Weißtannen an einem anderen Standort zu pflanzen. Zum Abschluss machten wir noch einen kleinen Ausflug zu einer 170 Jahre alten Weißtanne um zu sehen, wofür wir hier einen Samen gesetzt haben.

Zum Abschluss spendierte uns unserer Partner noch mal ein leckeres Büffet im bekannten Waldgasthof. Nur widerwillig verabschiedeten wir uns nach dieser gelungenen Aktion voneinander und von unseren gepflanzten Bäume. Ich hoffe wir werden im Saarland weiterhin solche schönen Aktionen durchführen, jetzt wo WikiWoods dort ein wenig bekannter ist.