Projektseite: Berg-Ahorn folgt "Kyrill" (b. Göttingen)

Nebenbei: Sicherlich wirst du im Verlauf Rechtschreibfehler finden. Ganz einfach deswegen, weil ich seit langem weniger Wert auf eine korrekte Schreibweise lege und mehr Wert darauf lege, den Inhalt möglichst plastisch zu schreiben.

Genial!

Jo. Meine Freundin und ich waren mit dabei. Bei der Pflanzaktion bei Göttingen, in Niedersachen, bei der es darum ging Bergahorn (-Ahörner?), Buchen, Eschen und Erlen zu verpflanzen. Es ist, denke ich, bereits erwähnenswert, wie es dazu kam:

Das Vorspiel

Meines Erachtens gibt es so etwas wie willkürliche Zufälle nicht. Wohl gibt es sie in dem Sinn von „Es fällt dir zu, weil du reif dafür bist.“ In diesem Sinne fiel ein vor sechs Wochen angemeldeter Übungskreis aus, der alle sechs Wochen stattfindet und bisher auch immer stattgefunden hat.

Aufgrund dessen saß ich, nach getaner Arbeit am 30.04. weiterhin am PC und schaute mir meinen Bildschirm an. „Was ist denn noch mal fairdo?“ fragte ich mich beim Betrachten der Maske des von mir genutzten Firefox, klickte den Link an, auf dem dieses Wort zu lesen ist und kam auf eine Seite eines interessanten Forums. Dort las ich etwas vo einer ePetition „Klimaschutz durch Baumschutz“. Ich folgter dem Link, verankerte den Link auch in meinem Forum (http://www.adiko-dasforum.eu/f191-Petitionen.html), unterschrieb die Petition und wanderte nochmals zu „fairdo“.

Als nächstes interessierte mich die Aktion „Baumpflanzaktion von WikiWoods in Niedersachsen: 1000 Bäume“. „Mensch“, dachte ich, „Das ist ja genau so etwas, wir wir es vor drei Wochen im Fernsehen gesehen und uns dazu entscheiden haben, auch mal dabei sein zu wollen!“ Also folgte ich auch diesem Link.

Die Seite von Wikiwoods empfand ich als interessant, wenngleich mir auffiel, dass unpraktische Worte benutzt wurden, die dazu führten, dass ich zuerst nicht mitmachen wollte. So wurde nur von „vegetarisch“ oder „vegan“ geschrieben. Auch war ich mir nicht bewusst, dass wir als Autofahrer gern gesehen sind. War ich als Fleischfresser unerwünscht? Doch war mein Tatendrang größer und ich schrieb also in der Folge Ingo an.

Die Antwort kam sofort und wirkte auf mich freudvoll/einladend. Auf meine Frage hin, ob wir eine finanzielle Unterstützung erhalten könnten, wenn wir hinzukämen, erfuhr ich zu meiner Überraschung, dass Fleischfresser und sogar auch bekennende Autofahrer auch willkommen sind.

Doch auch im darüber hinaus stattfindenden Mail-Austausch war die eine oder andere Aussage wenig deutlich. Im Nachhinein habe ich Ingo darauf angesprochen, dass es unter Umständen hilfreicher sein könnte, ein Entré zu schaffen, dass mehr Menschen nutzen, um sich anziehen zu lassen und weniger um sich abgestoßen fühlen zu wollen. Ich erklärte ihm, vielleicht wußte er es schon, dass Worte, zu denen deutliche Bilder entstehen, mit Bedacht genutzt, weiter bringen. Bei „tief im Wald“ sehe ich gleich ein Hexenhaus vor mir und frage mich, wie weit ich wohl zu laufen habe, bis wir dort angekommen sind. Ineiner Zeit, in der ich mein allergisches Asthma als hyperaktiv erlebe, ein wichtiger Aspekt für mich. Da ich ein Mensch bin, der sich die Butter selber auf´s Brot legt und sie sich auch nicht wegnehmen lässt, erfuhr ich durch Nachfragen Vieles. So viel, dass die Unklarheiten in der Minderheit waren und keinen Grund mehr darstellten abwesend bleiben zu wollen.

Die Rahmenbedingungen

Mit Schlafsäcken, Yogadecken als Unterlage und diversen Lebensmitteln machten wir uns also denn am Samstag morgen auf den Weg. Die Eindrücke eines Camping-Urlaubs in Slovenien, der vor ca. 2,5 Jahren stattfand, nutzten wir, um erst am ersten Aktionstag anzureisen und nicht schon einen Abend davor. Mann, was hatten wir damals Rückenschmerzen. Naja, nach fast 20 Jahren Camping-Abstinenz und einer aktuell sehr weichen Matratze als Schlaflager…

Die Fahrt war angenehm. Von Gütersloh aus nach Göttingen, genauer nach Gleichen-Reinhausen fuhren wir in knapp 2 Stunden und fanden den Zielort, das RUZ in Reinhausen, trotz Navi.

Whow, was für ein Eindruck! Ein riesengroßes Anwesen, dass, wie wir später erfuhren früher als Kloster genutzt wurde. Das RUZ selber scheitn mir eine Vereinigung zu sein, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kinder und Jugendliche wieder an den Wald heranzuführen und darüber aufzuklären, wie sich die Nachhaltigkeit in Sachen Wald seit dem Mittelalter gewandelt hat und wie unterschiedlich aufgeforstet wurde und wird. Auch in Sachen Landwirtschaft sind die Initiatoren beim RUz aktiv. Von Kartoffelpflanzungen, über die Pflege, die Ernte, bis hin zum gemeinsamen Pellkartoffel kochen und verzehren, wird viel angeboten. Das RUZ scheint mir eine dem Niedersächsichen Fortamt „unterstellte“ Vereinigung von Menschen zu sein, die eigenverantwortlich denken und handeln. Hier geht es zum RUZ: http://www.landesforsten.de/index.php?id=337

„Unser“ Förster war Burkhard. Burkhard empfand ich als ein wenig chaotisch, sehr freundlich und kontaktfreudig. Also genau der Richtige zum „Pferde stehlen“. Naja, wenn du erwischt werden willst… Nee, so chaotisch hat er auf mich denn doch nicht gewirkt. Und wenn er denn dann doch wieder den Wagen weiter weg geparkt hat, als ich es mir gewünscht hätte, so war das eben so und wir kamen alle damit zurecht.

Übrigens: Sein Fachvortrag am ersten Arbeitstag, war, obwohl vielen die Augen zwischenzeitlich zuzufallen schienen, so interessant, dass sie auch stets wieder aufgingen und es keiner streichhölzer bedurfte, um den Anschein zu erwecken, aufmerksam zu sein. Wie in der Schule schon hatte ich viele Zwischenfragen. Und jede konnte Burkhard beantworten. Danke, Burkhard!

Die Organisation an sich war eben weitaus weniger durchorganisiert, als ich es mir gewüscht hätte, zeigte mir jedoch auch, dass eine straffe Organsiation eben von Gestern ist, wenn eigenverantwortliche, mündige und mehr oder eben auch weniger abreitsame Bürger begeistert dabei sind. Vieles „regelte sich“ von selbst und die Tagesziele wurden übertroffen, so weit ich das mitbekam. Tja, Open Source eben.

Die - oder heißt es das, bzw. der? - RUZ ist traumhaft ausgestattet. Wir brauchten, wie es sonst teils der Fall ist, keine Spaten und Handschuhe mitbringen. Alles befand sich x-fach vor Ort. Nicht nur für die Pflanzaktion gilt dies, sondern auch für die sonstige Hardware in Sachen „Verpflegung“. Pflanzer wollen bekocht werden. Nach getaner Arbeit durchaus gerechtfertigt, wie wir meinen. ;-) Und auch in diesem Bereich „organisierte sich irgendwie alles, wie von selbst“.

Managment ohne Manager funktioniert eben auch dann, wenn es außerhalb von Firmen stattfindet. Es findet sich immer jemand, der sich in der Lage erlebt, Verantwortung zu überhnehmen. Und, wie so oft, Ängste, er oder sie könnte der „Falsche“ sein, werden meißt vom Ergebnis hinweggespült.

Die Pflanzaktion selbst

Wir erfuhren beim ersten morgendlichen Besprechungskreis, dass im Vorfeld bereits „Wildlinge“, also wildwachsende und aus von der Natur ausgesäten Samen entstandene Mini-Bäume, die ungefähr zwischen einem halben und einem Meter hoch aufgewachsen waren, ausgegraben und nun in einem kühlen Keller, die Wurzeln in feuchte Tücher gewickelt, gelagert worden waren. Diese galt es nun in Pflanzsäcke zu geben, damit sie dort bis zum Einpflanzen vor dem Austrockenen, bis zu einer Stunde, geschützt waren. Die Pflanzsäcke wurden als bald aus dem Keller zum bereitstehenden Anhänger getragen und nebst Werkzeug verladen. Bäume zum Pflanzen holen p1060402.jpgAllein diese nutzten wir anfänglich bei der Pflanzaktion. Später buddelten manche von uns dann auch noch ein paar größere Bäume aus.

Bevor der Wildling in den Boden eingebracht wird, bekommt er im Idealfall Wasser an die Füße. p1060404.jpgWill heißen, die Setzlinge werden ein paar Minuten in Kannen gewässert, wenn sie nicht sogar später noch eingeschlämmt (nach dem teilweise Einbuddeln wird das noch offene Pflanzloch mit Wasser „geflutet“) werden. Und so sieht das Wurzelwerk eines kleinen Setzlings/Wildlings aus: p1060405.jpg

Na, das ist die ideale Zeit um die Löcher zu graben, die die Setzlinge brauchen. In der Inforunde, die direkt vor der Pflanzung stattfand, erfuhren wir, dass die Wurzeln idealerweise tief genug, die Bäume aber nicht zu tief eingegraben werden. Dazu haben wir dann spatentiefe Löcher ausgehoben.

Die Löcher können unterschiedlicher Natur sein, da es zu beachten gilt, wie groß das Wurzelwerk des Setzlings ist. Es gibt bei kleinen Baum-Setzlingen die Variante den Spaten einzustechen, nach vorne und nach hinten zu drücken und den dadurch entstandenen Spalt zu nutzen, um den Kleinen in die Erde zu „verfrachten“. Wichtig: immer die Erde gut andrücken! Wer hier zaghaft ist, der tut dem zukünftigen Baum nix Gutes, da das Wurzelwerk dann nicht eng genug von Erde umgeben ist, und unter Umständen die Pflanze sogar absterben, weil sie sich über ihre Wurzeln nicht versorgen kann.

Löcher können demnach spaltartig, dreieckig, wieder andere viereckig und wenn es sich um größere Setzlinge handelt, alle möglichen Formen haben. Die Tiefe hängt davon ab, ob der Setzling ohne Erde oder mit Erdballen verpflanzt wird, bzw. wie groß das Wurzelwerk ist. p1060503.jpgEr sollte möglichst so eingepflanzt sein, dass ungefähr die Stelle, die vormals die Grenze zwischen Erdreich und Luftraum ausgemacht hat, wieder die gleiche Aufgabe (Position) erhält.

Auch wichtig: Wenn ein Loch am Hang gegraben wird und die Erde oberhalb des Loches auf dem Waldboden positioniert wurde, hast du weniger Arebiet damit, das loch wieder mit Erde zu befüllen, als wenn die Erde unterhalb des Loches aufgehäuft werden soll, herunterpurzelt und von unten „hochgeholt“ werden müsste (Was wohl dem Essen von Suppe mit Stäbchen gleichkäme).

Wird der „gewässerte“ Setzling in das Erdloch (oder auch „Erdlöchlein“, in den Erdspalt) gehaltenp1060407.jpg, darauf geachtet, dass alle Wurzeln im Loch sind und der Trieb ungefähr grade nach oben zeigt (so wächste der Baum praktischer, um später auch wieder „geerntet - anderes Wort für getötet/gefällt werden zu können. Ja, real zu erleben, wozu wir die Pflanzaktion auch machen, kann als krass empfunden werden.). Dann wird die ausgegrabene Erde wieder ins Loch befördert und eben angetreten. - Foto fehlt - Noch mal schauen, ob der Setzling gerade ist. Dann prüfen, ob er intensiv genug angpflanzt wurde - Foto fehlt auch - grmbl… - (mit zwei Fingern locker und doch kräftig genug - is´ einfach, ehrlich - am Stämmchen ziehen) und gut ist´s.

Dann geht es zur nächsten Pflanzaktion des nächsten Setzlings. Damit optimale Bedingungen herrschen wird bereits im Vorfeld vom Förster geschaut, welcher Setzling auf welchem Boden gepflanzt wird. Die Buchen beispielsweise vertragen viel Schatten, Ahorn will mehr Sonne haben und Erlen (oder waren es die Eschen?) mögen nasse Füße. Sie wurden alle entsprechend am Hang oder am Bachlauf verpflanzt. Außerdem wird beim Pflanzen darauf geachtet, dass die Bäume einen sinnvollen Abstand haben und, dass sie in „Reih und Glied“ gepflanzt werden. - Mich nervt dieser Ansatz des „in Reihe pflanzen“, wei, es für mich so unnatürlich auschaut. Auf meine Frage hin, ob die Pflanzen nicht zu dicht gestellt sind, wenn sie nur eine Spatenlänge Abstand zu den Nebensetzlingen haben, bekam ich zur Antwort: „In der Natur wachsen die teils noch viel enger.“

Das habe ich denn auch am nächsten Tag gesehen. Natürlich gesäte und gewachsene Buchensetzlinge hatten teils nur zehn Zentimeter Abstand zum nächsten Setzling.

Was mich besonders erfreut hat, war das Ausgraben von größeren Wildlingen, die dann, mit entsprechend großem Erdballen, umgepflanzt wurden. p1060501.jpg

Bei den Kleinsten Wildlingen empfand ich es aufgrund der Optik als als weniger erfüllend, sie gesetzt zu haben, obwohl von denen weitaus mehr Bäume gepflanzt werden können, da eben weniger gegraben un dwieder zugeschüttet wird (Stichwort „Spaltpflanzung“). Also Spaten einstechen, hin und her bewegen, rausziehen und den erschaffenen Erdspalt nutzen).

Ich freue mich, wenn du meine Worte nutzt, um dich selbst für eine Pflanzaktion zu begeistern. Egal, ob du organisierst, dich dem leiblichen nährenden Wohl der PflanzerInnen verschreibst oder ob du aktiv mitpflanzt: Jeder ist als Unterstützer wichtig.

Wie im wahren Leben.

Und auch ein wenig Geschichte:

Eine Aufgabe der Förster ist es aktuell noch, darauf zu achten, dass die Prachtexemplare der Bäume im Wachstum gestärkt werden. Dafür werden Setzlinge recht dicht gepflanzt (Spatenlänge Abstand zueinander) und beim aufwachsen die weniger imposanten Exemplare wieder gefällt, bzw. sie sterben von selbst ab.

- Kritischer Einwurf: Typisch Mensch? Nur das Schönste und Beste darf (länger) leben? - Ich für meinen Teil hoffe, dass wir bald den Wald nicht mehr vorrangig als Gelddruckmaschine nutzen und erleben. Ein Schritt in diese Richtung ist eben auch das Pflanzen von Mischwäldern. Außerdem denke ich, wenn mancher Förster anders dürfte, als es die Waldbesitzer zulassen (oftmals sind das die Kommunden, bzw. die Länder!), würde weniger auf monetäre Erträge gesetzt, als mehr auf Bio-Diversität. -

Während zur Zeit der Römer die ehemaligen Urwälder (80% des Boden war früher bewaldet)genau so raubbauerisch abgeschlachtet wurden, wie noch im Mittelalter (Stichwort „Köhlerei“, also die „Veredelung“ von Holz hin zur Holzkohle. So war der Brennstoff leichter zu transportieren.), kam vor relativ kurzer Zeit (ca. 150 - 200 Jahren?) erst der Aspekt der Nachhaltigkeit auf. Allerdings noch nicht im Sinne von Diversität (verschiedene Arten), sondern eben als Monokultur. Fichten wachsen schnell und gerade. Also wurden Fichtenwälder angelegt. Interessant, dass selbst damals schon mindestens ein halbes, bis zu einem Jahrhundert in Voraus gedacht wurde! Denn die Fichte wurde meißt in einem Alter von ca. 60 Jahren gefällt. Eine Buche darf heute das Alter von ca. 140 Jahren erreichen, wenn sie „glück“ hat. Dann bringt der Festmeter (ein Kubik „gewachsenes“ Holz am Stück) zwischen 200 und 250 €. Die voerher „geernteten“ Buchen „taugen“ eher nur für Kaminholz. Hier bringt der Raummeter (ein Kubik gestapeltes Holz) gerade mal 50 bis 60 €. Vor zwanzig Jahren lag der Preis hier sogar noch bei 20 DM!

Urwald, sehr ausgeprägter Raubbau schon zu Zeiten von vor 2.000 Jahren, relativer Raubbau mit ersten Ansätzen der Nachhaltigkeit (pflanzen von Monokulturvor ein paar hundert Jahren), immer noch Raubbau (!?) mit höherem Grad an Nachhaltigkeit Heute (pflanzen von Mischkultur).

Liebe Grüße Axel


Hey Axel, prima Bericht! Sehr persönlich, anschaulich und ausführlich - Ich denke, wir können deine Beschreibung der Wildlings- und Spaltpflanzung in eine noch zu erstellende Übersicht der Pflanztechniken einfließen lassen. Danke übrigens nochmal, dass ihr zwei am Wochenende die Herrschaft über den Herd ergriffen habt. Werde meine Kollegen die Woche auch noch mit der von euch gezauberten „südländischen“ Gemüseeintopf-Variante beglücken! (Martin)

Danke, Martin!

Und auch Danke, Ingo! Die Fotos sind nu zwar nicht mehr in der von mir angedachten Reihenfolge, dafür haben sie, danke deiner Hilfe, eine weitaus angenehmere Größe!

P.S.: Wer Fotos vom Antreten der Erde, nach Einsetzen des Wildlings gemacht hat, möge diese bitte hinzufügen. auch andere Fotos, die zum Text passen, sind gern gesehen. - DAAAANKE! Nochmals liebe Grüße Axel

Lieber Axel,

von mir auch dickes Kompliment für Deinen Bericht! Deine Ausführungen bestätigen mich in der Annahme, dass meinen Informationen auch durchaus Gehör geschenkt wird…

Erlaube mir nur eine kurze Anmerkung hinsichtlich Deines kritischen Einwurfes: Ich habe Verständnis dafür, dass man als engagierter Baumpflanzer, Probleme mit der Vorstellung entwickeln kann (mit der ich Euch ja auch bewusst “ konfrontiert“ habe), dass die soeben gepflanzten Bäume fast alle mal eines Tages wieder gefällt werden, um als Holz genutzt zu werden. Aber gerade darin liegt ein wichtiger Schlüssel zu einer nachhaltigen Klimaschutzwirkung. Jeder Baum speichert im Laufe seines Lebens ein bestimmte Menge an CO², was in seiner Biomasse (also v. a. im Holz)fixiert ist. Stirbt der Baum natürlich ab, dann wird im Laufe seiner natürlichen Zersetzung auch wieder das im Holzkörper gebundene CO² frei gesetzt. Insofern wirkt ein Baum im natürlichen Kreislaufsystem der Natur nur als vorübergehnder CO²-Senker. Wird sein Holz jedoch z. B. durch Verarbeitung zu langlebigen Holzprodukten - also nach der Entnahme aus dem Wald - langfistig erhalten, so wirkt der Baum auf diese Weise viel langfistiger als CO²-Senker. Die Holznutzung (außer natürlich die energetische) wirkt insofern ähnlich wie die noch vorhandenen Erdöl- und Kohlevorkommen als wichtiger Kohlenstoffspeicher. Die heimische Holznutzung hilft überdies den klimaschädlichen Urwald-Raubbau in anderen Regionen der Welt zu reduzieren. Für mich als Förster besteht insofern kein „Gewissenskonflikt“ hinsichtlich der Holznutzung. Im Hinblick auf die Biodiversität haben wir übrigens durch unsere - auch auf Holznutzung und wirtschaftlichen Erfolg - ausgerichtete Mischwaldpflanzung sogar eine größere Artenvielfalt ermöglicht, als ein sich von Natur aus langristig einstellender reiner Buchenwald mit sich bringen würde. Ich hoffe, mit dieser Anmerkung nicht zu belehrend zu wirken, aber diese Kommentierung war mir einfach grundsätzlich sehr wichtig!

Abschließend wollte ich auch noch nachdrücklich betonen, dass die Pflanzaktion mit Euch meine bislang beste Veranstaltung war, die ich in meiner immerhin inzwischen 12-jährigen Umweltbildungserfahrung erlebt habe. Insofern Euch Allen von meiner Seite noch einmal ganz herzlichen Dank für Euren tollen Einsatz in Reinhausen! Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Wikiwoods-Pflanzaktion bei uns im März 2010…

Burkhard Verch, RUZ Reinhausen

Hai Burkhard!

Freut mich, dass du dich zu meinem Text geäußert hast. Danke.

Der Dank, bezüglich der Gemeinsamkeit, liegt übrigens auch auf unserer Seite.

Viel Erfolg uns allen. Egal, wobei. Denn ales ist hilfreich.

Liebe Grüße Axel

Hallo Wikiwoods,

ich wollte mich auch noch herzlich für die fruchtbare Zeit dieser Pflanzaktion bedanken! Ich sag`s wie es ist: für mich war es ein preiswerter Kurzurlaub! Die wunderschöne Unterbringung in einem ehemaligen Pferdestall nahe Garten und Tieren, das lockere Arbeitsklima mit guter Arbeitsanleitung, die Mischung aus praktischer Arbeit im Wald kombiniert mit theoretischen Hintergrundvorträgen ergab ein ausgeglichenes und anregendes Gruppenarbeits- und Freizeitklima. Ich konnte viel für mich persönlich mitnehmen und kann Jedem das Bäumchenpflanzen weiter empfehlen der mal den Kopf frei bekommen möchte, eine bessere Figur haben möchte durch den kostenlosen Sport und auch noch was zur Weltrettung beitragen möchte! Sinnvolle Arbeit eben! Na denne, fröhlich weiter mit der „Gartenarbeit“, liebe Grüße von Susan